Sahara im Oktober 2011 in Südtunesien
Wenn wir andere Menschen als von uns getrennt wahrnehmen, haben wir es in Wahrheit mit einer Illusion zu tun, wie die EINE sich spiegelnde Sonne in vielen mit Wasser gefüllten Gefässen als von sich selbst getrennte, gesonderte Abbilder.
Am 5. und 6. November 2011 begegnet Braco mehr als 2000 Menschen mit seinem gebenden Blick in Basel und Zürich - eine kostbare Möglichkeit für mich, mich mir SELBST zu widmen.
Nach einer Woche Grippe fahre ich mit einem seltsamen Gefühl im Kopf nach Basel. Grippen-Symptom oder habe ich mich nach dem Trekking-Aufenthalt in der Sahara nicht harmonisch in die Zivilisations- und Zeitmatrix eingeklinkt?
Immer mehr französisch sprechenden Menschen begegne ich bei Braco und es freut mich, wie die Einführung von Detlev spontan durch eine Übersetzerin erstmals in französisch übersetzt wird.
Alle Menschen können befreit werden durch das Gewahrsein dessen, was Braco verkörpert. Was ist es?
Es ist das, was überall ist, alles durchdringt und nicht gesehen werden kann. In der unsterblichen Sprache Sanskrit atman. Das wirkliche Selbst, die dem Menschen innewohnende Göttlichkeit, die Seele, welche die Wirklichkeit innerhalb der fünf Schichten darstellt, deren äusserste der Körper ist. Der atman ist der göttliche Funken im Innern, die allerinnerste, dem Menschen ureigene Realität. Er ist die eigentliche Substanz der gesamten "objektiven" Welt, die Wirklichkeit hinter dem Schein und jedem Menschen innewohnend. Er ist von Natur aus frei von jeglicher Bindung. Er handelt nicht, noch besitzt er eigene Bedürfnisse oder Besitztümer, kennt kein "ich" oder "mein". Der atman ist unsterblich. Er vergeht nicht, er stirbt nicht wie der Körper oder der relative Geist. Er ist die wesenhafte Wirklichkeit des Individuums, der Zeuge, unberührt von allem Wandel in Zeit und Raum, der dem Körperlichen innewohnende Geist, das Geheimnis jenseits dessen, was sich durch Körperliches fassen lässt, die wahre Triebkraft, die hinter den Impulsen und Zielen der körperlichen Ebene steht.
Es ist soweit. Braco betritt den Saal, erhebt seinen Blick. Ich blicke auf Braco, sehe weisses strahlendes, leuchtendes Licht, die Pupillen der Augen sehe ich erstmals weiss. Ich blicke ins Nichts. Ich ergebe mich Nichts und erfahre... Nichts ist All-es: Glückseligkeit, frei von jeder sinnlichen Färbung, Quelle der Freude, ein Zustand frei von Gedankenaktivität - Sein.
Mein Körper ist lediglich Kelch, atman der süsse Nektar.
Am Sonntagmorgen stehe ich freudig erfrischt auf und werde gewahr, dass ich ganz in Harmonie bin und mein Kopf sich klar anfühlt.
Es erfüllt mich mit Dankbarkeit, Braco schon wieder zu begegnen. Braco führt uns weg vom linearen horizontalen Denken, welches der Zeitachse entspricht, in die Tiefe (Vertikale), welches dem Symbol des Kreuzes entspricht. Für mich ist es eine Gnade zu Braco zu gehen, auch ohne irgendwelche Beschwerden, Erwartungen oder Wünsche... Liebe, Freude, Tiefe sind grenzenlos erweiterbar. Gibt es Erstrebenswerteres?
"Die himmlischen und die irdischen Dinge sind ein so weites Reich, dass die Organe aller Wesen zusammen es nur erfassen mögen..." Johann Wolfgang von Goethe


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